"Abendstimmung".
Öl auf Lwd.,
mgr. u. dat. (19)32 u.r., verso betitelt u. bez. "P.H.18",
32,5x41 cm
Schon als Fünfzehnjähriger schuf Cuno Amiet 1883 sein erstes Selbstbildnis, ein Jahr später trat er in das Atelier von Frank Buchser ein. Im Herbst 1886 ging er nach München und begann ein Studium an der Kunstakademie. Dort lernte er zahlreiche Schweizer Künstler kennen. Prägend wurde die Begegnung mit Giovanni Giacometti, aus der sich eine lebenslange Freundschaft entwickelte. Beeindruckt von der modernen französischen Malerei, die sie zusammen auf der Internationalen Kunstausstellung 1888 im Münchner Glaspalast sahen, beschlossen die beiden Künstler, ihre Ausbildung in Paris fortzusetzen. Nach mehrjährigem Aufenthalt verliess Amiet, unzufrieden mit dem konventionellen Unterricht an der Académie Julian, im Mai 1892 Paris und ging nach Pont-Aven. Hier wandte er sich von der Tonmalerei ab und begann in reinen, leuchtenden Farben zu malen. Im Juni 1893 kehrte er aus finanziellen Gründen in die Schweiz zurück, machte die Bekanntschaft Hodlers und Segantinis und beschäftigte sich unter ihrem Einfluss mit monumentaler Dekorationsmalerei. Im selben Jahr heiratete er und zog auf die Oschwand, beteiligte sich aber weiterhin an internationalen Ausstellungen. 1904 begann die expressionistische Phase im Schaffen Amiets. 1906 trat er auf Einladung Erich Heckels der Künstlergemeinschaft "Brücke" bei. Einerseits unternahm er immer wieder Reisen, um mit den Strömungen der Avantgarde vertraut zu bleiben, anderseits wurde sein Atelier zu einem vielbesuchten Treffpunkt von Künstlern und Literaten. 1931 gingen beim Brand des Münchner Glaspalastes sämtliche 50 ausgestellten Arbeiten Amiets verloren, darunter Hauptwerke der Frühzeit. Dennoch bleibt das Gesamtoeuvre mit rund 4000 Gemälden, zahlreichen Aquarellen, Zeichnungen und Grafiken, ferner einigen Plastiken, beeindruckend sowohl in seiner Vielfalt wie auch bezüglich der künstlerischen Qualität.
Beim vorliegenden Gemälde hat der Künstler die Landschaft in die Farben der untergehenden Sonne getaucht. Der Pinselduktus ist dabei breit und auffällig, was ihm eine ausdrucksstarke Wirkung verleiht. Diese expressionistische Vorgehensweise zeugt vom Einfluss der "Brücke"-Künstler.
| Estimation | CHF | 48'000 |
| EUR | 52'747 | |
| USD | 60'000 | |
| Adjugé | CHF | 35'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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