"Getreidefeld".
Öl auf Lwd.,
mgr. u. dat. (19)52 u.r., verso a. Etikette betitelt,
65x92 cm
Provenienz: Direkt vom Künstler erworben und seither in gleichem Schweizer Familienbesitz.
Ausstellung: Der Beitrag des Oberaargaus zum bernischen Kunstschaffen: Kunstausstellung im Rahmen der Berner Jubiläumsfeiern 1953. Werke einheimischer Künstler im Gewerbeschulhaus Langenthal, 18. Juli - 9. August 1953.
Schon als 15-Jähriger schuf Cuno Amiet 1883 sein erstes Selbstbildnis, ein Jahr später trat er in das Atelier von Frank Buchser ein. Im Herbst 1886 ging er nach München und nahm ein Studium an der Kunstakademie auf. Hier lernte er zahlreiche Schweizer Künstler kennen. Prägend wurde die Begegnung mit Giovanni Giacometti, aus der sich eine lebenslange Freundschaft entwickelte. Beeindruckt von der modernen französischen Malerei, die sie zusammen auf der Internationalen Kunstausstellung 1888 im Münchner Glaspalast sahen, beschlossen die beiden Künstler, ihre Ausbildung in Paris fortzusetzen. Unzufrieden mit dem konventionellen Unterricht an der Académie Julian, verliess Amiet nach mehrjährigem Aufenthalt im Mai 1892 Paris und ging nach Pont-Aven. Hier wandte er sich von der Tonmalerei ab und begann in reinen, leuchtenden Farben zu malen. Im Juni 1893 kehrte er aus finanziellen Gründen in die Schweiz zurück, machte die Bekanntschaft Hodlers und Segantinis und beschäftigte sich unter ihrem Einfluss mit monumentaler Dekorationsmalerei. 1898 heiratete er und zog auf die Oschwand, beteiligte sich aber weiterhin an internationalen Ausstellungen. 1904 begann die expressionistische Phase im Schaffen Amiets, und 1906 trat er auf Einladung Erich Heckels der Künstlergemeinschaft "Brücke" bei. Einerseits unternahm er immer wieder Reisen, um mit den Strömungen der Avantgarde vertraut zu bleiben, anderseits wurde sein 1908 auf der Oschwand errichtetes Haus mit Atelier zu einem vielbesuchten Treffpunkt von Künstlern und Literaten. 1931 gingen beim Brand des Münchner Glaspalastes sämtliche 50 ausgestellten Arbeiten Amiets verloren, darunter Hauptwerke der Frühzeit. Dennoch bleibt das Gesamtoeuvre mit rund 4000 Gemälden, zahlreichen Aquarellen, Zeichnungen und Grafiken, ferner einigen Plastiken, beeindruckend sowohl in seiner Vielfalt als auch bezüglich der künstlerischen Qualität.
Das vorliegende Gemälde zeichnet sich insbesonders durch seine helle, kräftige Farbgebung aus, die Cuno Amiets gesamtes Spätwerk dominiert. Die Darstellung hält ein weites Getreidefeld aus der näheren Umgebung der Oschwand fest, wobei die präzise Lokalisierung der Örtlichkeit nicht im Vordergrund steht. Vielmehr habe der Künstler beim Verkauf des Gemäldes auf die Wiedergabe des fast wolkenlosen Himmels in der Mittagsglut hingewiesen.
| Estimation | CHF | 40'000 |
| EUR | 43'956 | |
| USD | 50'000 | |
| Adjugé | CHF | 47'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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