Catherine Henriette Haller (verheiratete von Tscharner).
Öl auf Lwd., verso sig., dat. 1779 u. bez. "Cath. Henr. Haller, née le 21 Juin 1761",
41x33 cm (hochoval)
Bild minim zu restaurieren.
Das angebotene Gemälde ist beim Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaften als eigenhändiges Werk von Sigmund Freudenberger registriert (Archiv.-Nr. 53′844).
Sigmund Freudenberger, Sohn eines Berner Advokaten, ging 1761 beim Basler Maler Emanuel Handmann in die Lehre, der seit 1746 als Porträtist in Bern arbeitete. Als Handmann 1764 nach Basel zurückkehrte, ging Freudenberger mit ihm, reiste aber bereits im folgenden Jahr zusammen mit dem St. Galler Kupferstecher Adrian Zingg weiter nach Paris. Hier besuchte er die Abendakademie des Grafikers Jakob Schmutzer und machte die Bekanntschaft des Kupferstechers Johann Georg Wille, mit dem er 1766-1770 regelmässig Ausflüge unternahm, um in freier Natur Landschaften zu zeichnen. Neben Wille beeinflusste ihn die Genremalerei von Jean-Baptiste Greuze. 1773 kehrte er nach Bern zurück und arbeitete in den folgenden Jahren erfolgreich als Porträtmaler. Seit Mitte der 1770er Jahre verlegte er sich auf ländliche Genreszenen, die er zunächst in Tusche und Aquarell ausführte und anschliessend als Radierungen vervielfältigte. Freudenberger gilt als einer der bedeutendsten Kleinmeister des Berner "Goldenen Zeitalters". Neben Balthasar Dunker, der sich ebenfalls 1773 nach einem Parisaufenthalt in Bern niedergelassen hatte, führte er Stilmittel und Inhalte der modernen französischen Genremalerei in die heimatliche Kleinkunst ein. Seine idyllisch-heiteren, gelegentlich auch erotischen Darstellungen erfreuten sich beim Publikum in Bern und weit darüber hinaus grosser Beliebtheit.
Das angebotene Gemälde, eine Rarität auf dem Kunstmarkt, ist ein typisches Beispiel für die Porträtmalerei Freudenbergers. Dem Zeitgeschmack gemäss gab er die Dargestellte als vornehm gekleidete und aufwendig frisierte, zierliche junge Dame von ebenmässiger Schönheit wieder.
| Estimation | CHF | 22'000 |
| EUR | 24'175 | |
| USD | 27'500 | |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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