Selbstbildnis mit Staffelei.
Öl auf Lwd.,
sig. u.l.,
74x65 cm
Provenienz: Galerie Moos, Genève, Nr. 4152.
Aurèle-René Barraud nahm, wie seine Geschwister, schon in jungen Jahren Zeichenunterricht an der Kunstgewerbeschule seiner Heimatstadt. Zusammen richteten sie im elterlichen Estrich ein Atelier ein, wo sie 1917 erstmals ausstellten. 1920 erhielten sie Malaufträge der Stadt als Gegenleistung für bezogene Arbeitslosengelder und wurden offiziell als Künstler anerkannt. Im November 1922 zogen die Mutter, Charles, Jean und Aurèle-René nach Reims zu den bereits dort lebenden Brüdern François und Aimé Victor. Es folgten Jahre in Armut, in denen Aurèle-René sich als Bau- und Hilfsarbeiter verdingte und nur abends malen konnte. Erst ab Mitte der 1920er Jahre stellte er seine Bilder regelmässig aus und konnte von seiner Kunst leben. 1938 kehrte er endgültig in die Schweiz zurück. Aurèle-René wurde vor allem für seine Stadtansichten, Stillleben und Porträts mit sozialkritischer Note bekannt (vgl. Corinne Charles, Biografie Aurèle Barraud, in: François Barraud und seine Brüder, Ausstellungskatalog, Kunstmuseum Winterthur & Musée des Beaux-Arts, La Chaux-de-Fonds 2005, S. 204).
Das Selbstbildnis als ein seit der Renaissance häufig wiederkehrendes Motiv erlaubt dem Künstler die Auseinandersetzung mit der Selbstreflexion auf zweidimensionaler Ebene. Das angebotene Gemälde wurde in einem für Aurèle-René Barraud typischen Stil geschaffen, der an die Neue Sachlichkeit erinnert und gleichzeitig einen dokumentierenden Einblick in sein Atelier-Schaffen gewährt.
| Estimation | CHF | 12'000 |
| EUR | 13'186 | |
| USD | 15'000 | |
| Adjugé | CHF | 56'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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