Pont de la Feuillée in Lyon.
Aquarell über Bleistift auf Papier "van Gelder",
sig. u.l.,
28x38 cm
Gutachten: Horst Keller (1912-2007), ehem. Direktor des Wallraf-Richartz-Museums, Köln, 15. Oktober 1979.
Paul Signac entstammte einer Pariser Händlerfamilie, die ihm eine Laufbahn als Architekt zugedacht hatte. Der Besuch einer Ausstellung von Claude Monet im Jahr 1880 hinterliess bei dem jungen Mann einen nachhaltigen Eindruck und weckte in ihm den Wunsch, Maler zu werden. Nach dem Besuch der privaten Academie Bing und ersten, von Claude Monet und Alfred Sisley beeinflussten Malversuchen machte er 1884 auf dem neuen Salon des Artistes Indépendants die Bekanntschaft mit Georges Seurat, mit dem ihn eine enge Freundschaft verbinden sollte. In Zusammenarbeit entwickelten sie in der Folge die Prinzipien des Pointillismus und präsentierten ihre Kompositionen an gemeinsamen Ausstellungen. 1887 besuchten beide Brüssel und reisten anschliessend ans Mittelmeer, wo Signac 1893 in St-Tropez ein Haus erwarb. Ein Jahr zuvor heiratete er eine Verwandte Camille Pissarros und segelte von der Bretagne nach Marseille. Motive mit Segelbooten und Häfen in lichten Farben und nuancenreichen Kontrasten bildeten seit jener Zeit ein bevorzugtes Sujet in seinem Schaffen. Paul Signac gilt neben Georges Seurat als bedeutendster Vertreter des Pointillismus.
Im Schaffen von Signac tauchen immer wieder Flusslandschaften mit Brücken auf. Die im vorliegenden Aquarell wiedergebene Brücke wurde von Horst Keller irrtümlicherweise mit "Pont de Sèvres" betitelt. Ein Vergleich der historischen Bauwerke lässt aber den Schluss zu, dass es sich vielmehr um die topographisch genaue Darstellung der Saonebrücke "Pont de la Feuillée" in Lyon handelt, die 1912 als Ersatz für eine ältere aus dem Jahr 1840 eingeweiht und 1936 bei einem Lastkahnunfall zerstört wurde.
| Estimation | CHF | 35'000 |
| EUR | 38'461 | |
| USD | 43'750 | |
| Adjugé | CHF | 26'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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