Flamingos.
Acryl auf Lwd.,
sig. u. dat. (2)007 M.l. sowie auf Urdu bez. o.l.,
168x125 cm, ungerahmt
Provenienz: Privatsammlung, Dubai, direkt vom Künstler an den jetzigen Eigentümer.
Echtheitsbestätigung: Maqbul Fida Husain, Dubai, 16. Februar 2008.
Der indische Künstler Maqbul Fida Husain (auch "MF" genannt) begann seine künstlerische Karriere als Plakatmaler für "Bollywood Filme" in Bombay, malte aber auch Landschaften um Surat, Baroda und Ahmedabad. 1947 schloss er sich der "Progressive Artists′ Group" um Francis Newton Souza (1924-2002) an, einer Gruppierung, die die klassische indische Malerei ablehnte und an ihrer Stelle eine indische Avantgarde propagierte. Im Jahr 1952 hatte Husain seine erste Einzelausstellung in Zürich. Zur Biennale in S╞o Paulo 1971 wurde er gemeinsam mit Pablo Picasso als Spezialgast eingeladen. Fortan gewann er zahlreiche nationale Auszeichnungen für sein malerisches und filmisches Schaffen. Seine Aktdarstellungen hinduistischer Gottheiten sorgten in den 1990er Jahren vor allem seitens der Hindu-Fundamentalisten für vehemente Kontroversen. Die in diesem Zusammenhang erfolgten Gerichtsverfügungen waren letztlich auch Ursache für die Auswanderung des Künstlers nach Dubai. Dessen ungeachtet gilt Husain als einer der berühmtesten zeitgenössischen Künstler des asiatischen Subkontinentes, der bisweilen auch "Picasso Indiens" genannt wurde.
Maqbul Fida Husains Spätwerk ist geprägt von intensiver Farbigkeit und figürlichen Darstellungen. In der angebotenen grossformatigen Komposition bannt er eine schillernde Flamingokolonie auf die Leinwand. Die Inschrift am oberen linken Bildrand bietet einen Schlüssel zur Deutung des Gemäldes. Es handelt sich um ein Verszitat in Urdu des Mystikers und Dichters Muhammad Iqbal (1877-1938): frei übersetzt lautet es "Ich bin der berüchtigte und pflichtvergessene Vogel, der am weiten Himmel fliegt. Mein Flug kennt keine Grenzen, sie geht weit über die Schränke des Gartens hinaus". Bei dem Vergleich mit dem Vogel, dem im Flug keine Grenzen gesetzt sind und zugleich berühmt-berüchtigt ist, bezieht sich Husain auf seine Situation im Exil und auf die Verfolgung durch die Hindu-Radikalen. So erhält die Arbeit neben der dekorativen Wirkung einen persönlichen Sinninhalt.
Wir danken Frau Prof. Dr. Monica Juneja, Universität Heidelberg, für die freundliche Auskunft.
| Estimation | CHF | 65'000 | * |
| EUR | 71'428 | * | |
| USD | 81'250 | * | |
| Adjugé | CHF | 45'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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