Prächtiges Blumenstillleben mit Insekten.
Gouache,
verso wohl auf Holzunterlage sig. u. dat. 1709,
16x10,5 cm
Provenienz: Privatbesitz, Schweiz.
Als Naturforscherin und Künstlerin gehört Maria Sibylla Merian zu den Ausnahmeerscheinungen des 17./18. Jahrhunderts. Als Tochter des bedeutenden Verlegers und Kupferstechers Matthäus I Merian kam sie schon früh mit der Kunst in Berührung und erlernte in jungen Jahren das Kupferstechen und die Malerei. Oftmals fügte sie ihren Blumenbildern Darstellungen von Schmetterlingen oder Käfern aus eigener Zucht bei. Nach ihrer Trauung zog Maria Sibylla nach Nürnberg, wo sie zur Sicherung des Lebensunterhaltes tatkräftig mithalf und einen Farbenhandel mit Firnis und Malutensilien betrieb. Da die Ölmalerei in der Reichsstadt für Frauen verboten war, fertigte sie zahlreiche Kupferstiche an und liess nebenbei ihr bedeutendes Raupenbuch verlegen. 38-jährig trennte sie sich von ihrem Mann und zog mit Töchtern und Mutter nach Westfriesland. Im Schloss der Schwestern des Gouverneurs von Surinam bot sich ihr erstmals die Gelegenheit zum Studium exotischer Schmetterlinge. Anschliessend liess sie sich in Amsterdam nieder, von wo aus sie zu einer bedeutenden Forschungsreise nach Südamerika in die holländische Kolonie Surinam aufbrach. Dort sammelte sie Tier- und Pflanzenpräparate und fertigte zahlreiche Zeichnungen. Ihre wissenschaftlichen Entdeckungen und Erkenntnisse, so etwa die Einteilung der Schmetterlinge in Tag- und Nachtfalter, haben bis heute Gültigkeit. Berühmtheit erlangte Maria Sibylla Merian durch die Veröffentlichung ihrer Insektenkunde, die als ihr Hauptwerk gilt.
Das angebotene, prunkvolle Arrangement aus Blumen, Insekten und Henkelkelch in einer Vorhangnische zeugt von Merians fortwährendem entomologischen Interesse, ihrer Beobachtungsgabe und ihrem zeichnerischen Talent.
| Estimation | CHF | 19'000 |
| EUR | 20'879 | |
| USD | 23'750 | |
| Adjugé | CHF | 20'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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