Landschaft mit Motiven von Rom und Latium.
Öl auf Leinwand, doubliert,
64x88 cm
Stellenweise etwas Craquelé.
Gutachten: Claudia Nordhoff, Rom, 20. Dezember 2001.
Provenienz: Privatsammlung, England; Privatsammlung, Deutschland; Privatsammlung, Schweiz.
Literatur: Claudia Nordhoff (Hrsg.), Jakob Philipp Hackert. Briefe (1761-1806), Göttingen 2012, S. 619.
Jakob Philipp Hackert erhielt seine Ausbildung vor allem in der väterlichen Werkstatt sowie bei seinem als Dekorationsmaler tätigen Onkel. Ab 1758 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Berlin. Im Auftrag des Barons Adolf Friedrich Olthoff fertigte er 1762-1764 Wandmalereien für dessen Stadthaus in Stralsund und für den Landsitz in Boldevitz auf Rügen an. Anschliessend hielt er sich bis 1768 zusammen mit dem Maler Balthasar Anton Dunker in Paris auf, wo er von Claude Vernets Malstil inspiriert wurde. Nach einer Reise mit seinem Bruder nach Italien und seiner Niederlassung in Rom erhielt er 1771 von Graf Orlow im Namen der Kaiserin Katharina den Auftrag, den russischen Seesieg über die Türken auf Leinwände zu bannen, die sich heute in St. Petersburg befinden. Fünf Jahre später wurde er zum Hofmaler von König Ferdinand IV. von Neapel ernannt. Hier machte er die Bekanntschaft mit Johann Wolfgang von Goethe, der ihn nicht nur schätzte, sondern 1811 auch eine Biografie über ihn verfasste. 1803 liess sich Hackert in San Piero di Careggio in der Nähe von Florenz nieder, wo er auch verstarb. Sein frühklassizistischer Stil orientierte sich an der klassischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts. Es entstanden lichtdurchflutete Kompositionen mit reizvoller Architektur und Staffage, die sich im Unterschied zur Ideallandschaft des Barock oft durch einen Realitätsbezug auszeichnen.
Die Expertise von Claudia Nordhoff würdigt das angebotene, um 1775-1780 zu datierende Werk "als hochinteressante Bereicherung von Hackerts Oeuvre" und beschreibt es wie folgt: "Das vorliegende Gemälde zeigt einen Blick auf eine Ansammlung von Gebäuden in einer berggesäumten Ebene, in der man die römische Kirche S(anto) Stefano Rotondo rechts sowie links daneben die Abteikirche S(anta) Maria von Grottaferrata in den Albaner Bergen erkennt. (...) Im vorliegenden Bild ging es dem Maler offensichtlich nicht um ein realistisches Abbild Roms (...), sondern um die Darstellung einer typischen Landschaft Latiums, in der die vorgestellten Architekturen Erinnerungen sowohl an Rom als auch an seine Umgebung wecken sollen".
Mit Mail vom 29. April 2013 hat uns Claudia Nordhoff darüber informiert, dass sie nachträglich festgestellt habe, dass es sich bei dem vorliegenden Gemälde nicht um eine komponierte Landschaft handelt, sondern um eine Darstellung der Kirchen Sant’Agnese und Santa Costanza. Bei dem Fluss würde es sich um den Aniene handeln. Sie datiert das vorliegende Werk ins Jahr 1783.
| Estimation | CHF | 43'000 |
| EUR | 47'252 | |
| USD | 53'750 | |
| Adjugé | CHF | 36'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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