Die beiden Mythen und der Lauerzersee von Goldau aus.
Öl auf Leinwand, doubliert,
73x97 cm
Provenienz: Direkt vom Künstler an die Vorfahren des jetzigen Besitzers.
Vgl. Literatur: Nicole Clerc, August von Bonstetten 1796-1879. Aus dem Alltag eines Schweizer Malers, Bern 2001, S. 129 (mit Abbildung).
Als Kind einer bernischen Patrizierfamilie wuchs Abraham Sigmund August von Bonstetten in einem humanistisch, künstlerisch und literarisch geprägten Milieu auf. Nach dem Umzug der Familie auf Schloss Sinneringen im bernischen Vechigen im Jahr 1800 erhielt der junge Bonstetten seinen ersten künstlerischen Unterricht bei seinem Vater, einem exzellenten Pastellmaler. 1813-1829 stand er als Unteroffizier im Dienst des Regimentes von Wattenwyl in Holland. Die Monotonie des Militäralltages nutzte Bonstetten, indem er Skizzen und Aquarelle anfertigte und Kontakte zu den holländischen Künstlerkreisen knüpfte. Während eines sechsmonatigen Urlaubes 1822 erhielt er Malunterricht von Jacques-Henri Juillerat in Bern, und 1827 präsentierte er drei Bilder im Salon der Modernen Maler im Museum von Brüssel. Im November 1827 verliess er die Niederlande und reiste durch Italien. In jener Zeit tauschte er sich rege mit anderen Künstlern aus, darunter Bertel Thorvaldsen und Léopold Louis Robert. Nach seiner Entlassung aus der Armee im Januar 1829 kehrte Bonstetten auf den bernischen Familiensitz zurück, gefolgt von einer prägenden Reise nach Italien. Politische Umwälzungen zwangen ihn jedoch, seine Wunschheimat zu verlassen und 1831 in die Schweiz zurückzukehren. Bonstettens Beteiligung am Komplott von Küssnacht gegen das neue Régime in Bern brachte ihm einen dreimonatigen Arrest im Aarberger Tor ein. Anschliessend zog er sich nach Sinneringen zurück und widmete sich der Malerei und dem künstlerischen Austausch. In Abraham Sigmund August von Bonstettens Sujets spiegeln sich die Diskrepanz zwischen traditioneller Herkunft und Drang nach Freiheit, zwischen "italienischer Luft" und "bernischer Erde" wider.
Bei der angebotenen Komposition handelt es sich wahrscheinlich um die Variante eines Gemäldes aus dem Jahr 1844.
| Estimation | CHF | 12'000 |
| EUR | 13'186 | |
| USD | 15'000 | |
| Adjugé | CHF | 13'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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