"Verschneite Dorfpartie in Capolago".
Öl auf Leinwand,
mgr. u.l., verso sig., dat. 1932 u. bez. "Maloja",
60x50 cm
Provenienz: Kunsthandlung Marie Steiner, St. Moritz; Privatbesitz, Schweiz.
Ausstellung: Jubiläumsausstellung Giovanni Giacometti 1868-1933, Kunsthaus Chur, 12. Mai - 30. Juni 1968, Nr. 120 (dort betitelt: "Häuser im Winter in Capolago").
Literatur: Paul Müller/Viola Radlach, Giovanni Giacometti 1868-1933. Werkkatalog der Gemälde, Bd. II-2, Zürich 1997, S. 568, Nr. 1932.22 (mit Abbildung).
Giovanni Giacometti, der bereits im Knabenalter aussergewöhnliches Talent gezeigt hatte, studierte zunächst in München und kam dort in Kontakt mit Schweizer Künstlern, darunter Wilhelm Bauer, Max Buri und Cuno Amiet. Zusammen mit letzterem zog er nach Paris und schrieb sich im Herbst 1888 an der Académie Julian und der École Nationale des Beaux-Arts ein. Geldmangel zwang Giacometti im Frühjahr 1891 zur Rückkehr nach Stampa. Erste Erfolge erzielte er 1898 bei einer gemeinsamen Ausstellung mit Cuno Amiet und Ferdinand Hodler im Kunsthaus Zürich. Giacometti gilt neben Amiet als bedeutendster Schweizer Künstler der Generation nach Hodler. In seinem Werk verarbeitete er die Errungenschaften wichtiger internationaler Kunstströmungen, namentlich des Postimpressionismus und Fauvismus, und schuf eine eigene Farbensprache voller Ausdruck und Schönheit. Die heimatliche Bergwelt blieb für ihn seit seiner Rückkehr in die Schweiz vorherrschendes Bildthema, dem er durch die ständige Suche nach neuen Motiven und ihrer Wiedergabe zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten immer wieder neue Reize abgewann.
Annetta, die Gattin von Giovanni Giacometti, erbte von ihrem Onkel 1909 ein Haus in Capolago, das zusammen mit Maloja zu den Alpgebieten von Stampa zählt. Später verbrachte die Familie dort regelmässig die Sommermonate. Die angebotene Winterdarstellung besticht durch ein ausgeprägtes Licht- und Schattenspiel, das den weissen Schnee stellenweise in Blautöne tauchen lässt. "Er schuf eine leuchtende Farbensprache, die auf dem persönlichen Erleben seiner Bergeller Heimat beruht" schrieb Viola Radlach einst treffend über Giacomettis Oeuvre.
| Estimation | CHF | 290'000 | * |
| EUR | 318'681 | * | |
| USD | 362'500 | * | |
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