"Étude pour ′Violon, os et Saint-Sulpice′".
Farbkreide und Bleistift auf Papier,
sig. u. dat. (19)30 u.r.,
27x21 cm
Echtheitsbestätigung: Jean-Pierre und Naïma Jornod, Genève, 9. Februar 2007 (Archiv-Nr. 3001).
Charles-Édouard Jeanneret, der sich erst seit Mitte der 1920er Jahre Le Corbusier nannte, begann seine künstlerische Ausbildung bei Charles L′Eplattenier an der École d′Art in La Chaux-de-Fonds. Ausgedehnte Reisen führten ihn in die Toskana, nach Wien, Budapest und nach Paris, wo er sich 1917 dauerhaft niederliess. In Le Corbusiers malerischem Oeuvre der 1920er Jahre bildete der "Purismus", dessen Mitbegründer er war, einen ersten Schwerpunkt. Dessen entscheidendes formales Merkmal war eine flächige Bildgliederung, verbunden mit einer grafisch betonten Linienführung. Unter dem Einfluss von Léger und Picasso schuf Le Corbusier in den 1930er Jahren und während des Zweiten Weltkrieges eine Serie surrealistisch-abstrakter Kompositionen. Sein künstlerisches Oeuvre umfasst neben der Malerei auch architektonische und plastische Werke. Bisweilen kam es zu einer Durchdringung der verschiedenen Kunstgattungen, als deren wohl berühmtester Ausdruck die 1950-1954 errichtete Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp bei Belfort gilt, die Le Corbusier als monumentale begehbare Skulptur inszenierte.
Das angebotene Werk ist eine Studie zum 1930 entstandenen Gemälde "Composition violon, os et Saint-Sulpice" (auch "Nature morte à l′église baroque et au violon"), das sich heute in der Sammlung des Kunstmuseums Winterthur befindet (Inventar-Nr. 1391) und die Pfarrkirche Saint-Sulpice im Pariser Sadtteil Saint-Germain-des-Prés darstellt (vgl. Jornod 2005, S. 478f., Nr. 103). Auf der angebotenen Zeichnung konzentriert sich der Künstler auf die Wiedergabe der Violine als Symbol für (kirchliche) Musik und auf die links im Bildfeld festgehaltene Knochenstruktur, die sich im Gemälde ebenfalls wiederfindet.
| Estimation | CHF | 17'000 | * |
| EUR | 18'681 | * | |
| USD | 21'250 | * | |
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