"Visage de Face" / "Christ".
Mischtechnik auf Papier,
43x29 cm (BG)
Blatt etwas gestaucht.
Provenienz: Fondation Le Corbusier, Paris, Nr. 419; Privatsammlung, Lausanne; Privatbesitz, Schweiz.
Literatur: Michel Thévoz, Louis Soutter. Catalogue de l′oeuvre, Zürich 1976, S. 361f., Nr. 2822 (mit Abbildungen S. 362).
Louis Soutter, Sohn eines Apothekers und Cousin des Architekten Le Corbusier, studierte ab 1888 Naturwissenschaften und Ingenieurwesen in Lausanne, gefolgt 1892-1894 von einer Geigenausbildung in Brüssel, wo er seine spätere Frau Madge Fursman kennenlernte. Erst 1895 erhielt er Malereiunterricht in Lausanne, Genf und Paris. In Colorado Springs, der Heimat seiner Frau, war Soutter ab 1897 als Zeichenlehrer und später als Leiter der Kunstabteilung am Colorado College tätig. Nach gescheiterter Ehe kehrte er anfangs des 20. Jahrhunderts nach Morges zurück, wo er fortan ein von Depressionen geplagtes Vagabundendasein führte. Aufgrund finanzieller Komplikationen wurde er unter Vormundschaft gestellt und 1906 erstmals in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Ab 1923 bis zu seinem Tod verbrachte er sein Leben dauerhaft in einer geschlossenen Anstalt. Soutters Werke jener Zeit entstanden mit einfachsten Mitteln wie Kreide, Tinte und Bleistifte; als Unterlage dienten vor allem Schulhefte. Eine zunehmende Arthrose und Sehschwäche zwangen ihn ab 1937 zur Malerei mit Fingern und Armen.
Das vorliegende, recto und verso bearbeitete Werk, das im Kunstmuseum Basel als Postkartensujet Verwendung fand, dürfte in der Zeitspanne zwischen 1930 und 1942 entstanden sein.
| Estimation | CHF | 84'000 | * |
| EUR | 92'307 | * | |
| USD | 105'000 | * | |
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