Cavallo e cavaliere.
Tuschfederzeichnung, laviert,
sig. u. dat. 1949 u.M.,
33,5x25 cm (LM)
Bereits mit 16 Jahren schrieb sich der italienische Plastiker, Maler und Grafiker Marino Marini als Student an der Akademie der Künste in Florenz ein. Während seiner Studienzeit prägten das mediterrane Altertum sowie Gotik und Renaissance sein Schaffen. Ab 1922 widmete er sich vornehmlich der Bildhauerei, hielt seine Werke jedoch stets in gezeichneten, gemalten oder druckgrafischen Entwürfen fest. Als Nachfolger von Arturo Martini (1889-1947) unterrichtete er ab 1929 an der Villa Reale in Monza Bildhauerei. In dieser Zeit unternahm er wiederholt Reisen nach Paris, wo er die Bekanntschaft mit Giorgio de Chirico, Wassily Kandinsky und Aristide Maillol machte und später auch Pablo Picasso, Georges Braque und Henri Laurens traf. 1940 wechselte Marini an die Accademia di Brera in Mailand. Die Kriegsjahre verbrachte er in Tegna im Centovalli, dem Heimatort seiner Frau Mercedes Pedrazzini. Hier lernte er bedeutende Repräsentaten der zeitgenössischen Bildhauerei wie Alberto Giacometti, Fritz Wotruba und Germaine Richier kennen. 1948 kehrte er nach Milano zurück und nahm seine Lehrtätigkeit wieder auf. Marino Marini nahm an der documenta I (1955), II (1959) und III (1964) teil. Grosse Retrospektiven seines Werkes fanden 1962 in Zürich und 1966 in Rom statt.
Das Sujet von Pferd und Reiter - thematisches Markenzeichen von Marino Marini - taucht im Oeuvre des italienischen Künstlers bereits Mitte der 1930er Jahre auf. Zunächst noch in ausgewogener klassizistischer Manier gestaltete sich der Bezug zwischen den Bildprotagonisten nach dem Zweiten Weltkrieg abstrakter, dynamischer und ambivalenter. Aus dieser Schaffenspersiode stammt das vorliegende Aquarell.
| Estimation | CHF | 10'000 |
| EUR | 10'989 | |
| USD | 12'500 | |
| Adjugé | CHF | 30'000 |
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