"Himmelspforte".
Gouache und Tusche,
sig., dat. 1893 u. bez. "Esquisse" u.r., verso a. Etikett
betitelt, 54,5x88 cm (LM)
Provenienz: Leipziger Kunstverein, Nr. 3637; Privatbesitz, Schweiz.
Ausstellung: Hans Sandreuter, Kunstmuseum, Basel, 16. November 2001 - 17. Januar 2002, Nr. 63.
Hans Sandreuters künstlerisches Schaffen stand von Beginn an unter dem Einfluss seines Basler Kompatrioten Arnold Böcklin, dessen Werk den jungen Sandreuter nach Abschluss einer Lithografenlehre dazu inspirierte, gleichfalls den Weg zur Malerei einzuschlagen. Nach zweijährigem Aufenthalt in Italien und einem Jahr an der Münchner Akademie folgte Sandreuter 1873 seinem künstlerischen Vorbild nach Florenz, wo er die eigenen Sujets im Austausch mit Böcklin weiterentwickelte. In jener Periode entstand eine Vielzahl naturalistischer und oftmals von Nymphen, Naturgöttern und weiteren Figuren des mythologischen Pantheons bevölkerter Landschaftsbilder, die einen Schwerpunkt in Sandreuters Schaffen markierten. Neben der Landschaftsmalerei widmete sich der Rheinstädter dekorativen Auftragsarbeiten an Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden und Inneneinrichtungen, insbesondere nach Rückverlegung seines Wohnsitzes in die Basler Heimat 1885. Eine erste bedeutende Würdigung seiner Wandgemälde und Sgraffiti widerfuhr ihm 1897, als er im Rahmen des Wettbewerbes zur Innenhof-Ausschmückung des Schweizerischen Landesmuseums den ersten Preis erhielt. Infolge seines frühen Todes gelangten allerdings nur noch zwei der sieben geplanten Mosaike zur Vollendung. Posthume Würdigung erfuhr Sandreuters Werk durch Ausstellungen in Zürich, München und Basel. Einige der von ihm gestalteten Fassaden wie etwa die Wandverzierungen der Basler Bären- und Schmiedezunft sind bis heute erhalten geblieben.
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Studie zum Gemälde "An der Himmelspforte" (Öl auf Leinwand, 150x244 cm), das sich heute in der Sammlung des Kunstmuseums Bern befindet. An der Thematik arbeitete Sandreuter zwischen Oktober 1893 und April 1894 in Basel sowie in Peter Bruckmanns Münchner Atelier. Erste Entwürfe zur Himmelspforte trugen noch den Namen "Petrus". Die Komposition im Kunstmuseum Bern ist eine der wenigen Arbeiten, die schon zu Lebzeiten des Künstlers in Museumsbesitz übergingen. Im Vergleich zum Gemälde fehlt unserer Studie die grosszügige landschaftliche Einbettung in der Art Böcklins sowie der antike Rundtempel im Hintergrund links. Hingegen ist die Himmelspforte in unserer Studie als eleganter Torbogen gestaltet, und Petrus erscheint in zeitlosem Habitus, während er im Gemälde als bejahrter Philosoph auftritt.
| Estimation | CHF | 6'000 |
| EUR | 6'593 | |
| USD | 7'500 | |
| Adjugé | CHF | 3'300 |
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