"nach NW gerichtetes Bild".
Bleistift, Tusche und Deckweiss,
sig. u. dat. (19)74-1982 sowie betitelt u.M., sig. von Björn Roth u. dat. (19)82 u.l.,
73,5x103 cm (BG)
Provenienz: Privatsammlung, Schweiz; Galerie Burkard Auktionen, Luzern; Privatsammlung, Schweiz (in den 1980er Jahren in obiger Galerie erworben).
Aufgewachsen in Hannover, wurde Dieter Roth während des Zweiten Weltkrieges infolge eines Luftangriffes in die Heimat seines Vaters, die Schweiz, evakuiert. 1947-1951 absolvierte er bei Friedrich Wüthrich in Bern eine Grafikerlehre und nahm anschliessend Privatunterricht beim Grafiker Eugen Jordi. Zu Dieter Roths frühesten Arbeiten gehören Naturstudien und Selbstporträts. Nach ersten Arbeiten an Filmen und Metallplastiken gründete Roth 1954 zusammen mit Rolf Iseli, Peter Meier und Walter Vögeli die Galerie 33 in Bern. In dieser Zeit wandte er sich der konkreten Kunst zu. Im Folgejahr siedelte er von Berufes wegen nach Kopenhagen über und zog 1957 weiter nach Island. Hier gründete er zusammen mit dem isländischen Poeten Einar Bragi den Verlag "Forlag Editions", in welchem er auch einige eigene Werke veröffentlichte. Es folgten Aufenthalte in Amerika und Grossbritannien, wo sich Dieter Roth als Lehrer an der Yale University, an der Rhode Island School of Design, an der Watford School of Art und - neben Joseph Beuys - an der Kunstakademie Düsseldorf engagierte. In New York lernte er die Fluxus-Künstler kennen. Ab Mitte der 1960er Jahre beschäftigte sich der Künstler mit Umwandlungs- und Zersetzungsprozessen von organischen Materialien wie Fleisch, Käse, Brot und Schokolade, die im Rahmen seiner "Schimmelobjekte" Verwendung fanden. In den 1970er Jahren begann er Alltagsfragmente in Ordnern und Kisten aufzubewahren. Zeitgleich entstanden zahlreiche, von gestischer Impulsivität geprägte Zeichnungen und teils zu Assemblagen erweiterte Gemälde. Zum Bekannten- und Freundeskreis des Künstlers gehörten Franz Eggenschwiler, Bernhard Luginbühl, Daniel Spoerri und Jean Tinguely. Dieter Roth zählt mit seinem überaus umfangreichen, breiten und originellen Schaffen zu den wenigen Universalkünstlern des ausgehenden 20. Jahrhunderts.
Beim vorliegenden Werk handelt es sich um eine qualitätvolle, grossformatige Gemeinschaftsarbeit von Dieter Roth und dessen Sohn Björn, die 1974 begonnen und 1982 weiterbearbeitet wurde. In der komplex angelegten Komposition scheinen einige von Dieter Roths Kernmotiven der späten 1970er Jahre auf, wie etwa das Selbstbildnis von hinten oder die Weltkugel.
| Estimation | CHF | 7'500 |
| EUR | 8'241 | |
| USD | 9'375 | |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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