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Aperçu

Aperçu

239

NEBEL, OTTO

Berlin 1892 - 1973 Bern

"Immer höher!".


Öl auf Leinwand,
verso sig., dat. 1955, betitelt u. num. U.563,
88x76 cm

Otto Nebel besuchte in Berlin das Lessinggymnasium und die städtische Realschule, bevor er ein Praktikum als Maurer absolvierte und sich anschliessend an der Baugewerbeschule zum Meister des Hochbaufaches ausbilden liess. Bis 1914 nahm er Schauspielunterricht an der Berliner Lessing-Bühne; ein geplantes erstes Engagement in Hagen wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges und seiner Einberufung verhindert. Der Besuch der Franz Marc-Ausstellung in der Berliner Galerie "Der Sturm" während eines Fronturlaubes 1916 sollte zum einschneidenden Erlebnis werden. Nach einer 14-monatigen Kriegsgefangenschaft im englischen Colsterdale betätigte sich Nebel im Berlin der frühen Nachkriegszeit als Maler und Schriftsteller, fand Zugang zum Künstlerkreis um den "Sturm" und Herwarth Walden und arbeitete an der gleichnamigen Kunstzeitschrift mit. Mit Hilla von Rebay und Rudolf Bauer gründete er die Künstlergruppe "Der Krater". 1924/25 hielt er sich am Bauhaus auf, wo er sich mit Wassily Kandinsky, Paul Klee, Gertrud Grunow und Georg Muche befreundete und in diesem Kreis entscheidende Impulse für sein späteres künstlerisches Schaffen erhielt. Nach längeren Aufenthalten im bayerischen Kochel und in Ascona emigrierte er 1933 in die Schweiz und liess sich zunächst in Muntelier, später in Bern nieder. Dank Kandinsky erhielt er von 1936 bis 1951 Förderung und Unterstützung durch die Guggenheim-Foundation, New York. Während eines Aufenthaltes in Italien 1937/38 entstand das malerisch-epische Reihenwerk "Mustaraya, die Stadt der tausend Anblicke". In den frühen 1950er Jahren verdiente sich Nebel seinen Lebensunterhalt als Schauspieler in den Berner Kammerspielen, dem späteren Atelier-Theater. 1952 wurde ihm das Bürgerrecht von Bern zuteil. Neue malerische Impulse erhielt sein Schaffen 1962 im Zuge einer Schiffsreise nach Griechenland und in den Vorderen Orient. Drei Jahre später wurde ihm das Grosse Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Durch eine Schenkung ist er heute mit über 200 Werken in der Sammlung des Kunstmuseums Bern vertreten. Als Maler und Dichter war Otto Nebel eine Doppelbegabung. Sein umfangreiches bildnerisches Schaffen macht deutlich, dass er eine stets minuziös arbeitende, technisch sorgfältig abwägende Künstlerpersönlichkeit war, die ihre Werke in vielen Arbeitsschritten und auf mehrfach präparierten Bildträgern Schicht um Schicht aufbaute. Mit dieser Arbeitsweise suchte er eine "göttliche Gesetzhaftigkeit blosszulegen" und in "Ur-Bildern" eine höhere Ordnung visuell erfahrbar zu machen. 
Estimation CHF 12'000
EUR 13'186
USD 15'000
Adjugé CHF 11'000

En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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Ce lot a été vendu lors de la vente A130 chez DOBIASCHOFSKY AUKTIONEN AG le 06.11.2020.


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