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Aperçu

Aperçu

166

NEBEL, OTTO

Berlin 1892 - 1973 Bern

"Mouvement blanc".


Öl auf Leinwand,
sig. u. dat. 1963 u.r., verso betitelt u. num. U1148AL,
60x88 cm

Otto Nebel besuchte das Lessinggymnasium und die städtische Realschule seiner Geburtsstadt, absolvierte danach ein Praktikum als Maurer und liess sich anschliessend an der Baugewerbeschule zum Meister des Hochbaufaches ausbilden. Bis 1914 nahm er Schauspielunterricht an der Berliner Lessing-Bühne; ein geplantes erstes Engagement in Hagen wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges und seine Einberufung verhindert. Der Besuch der Franz Marc-Ausstellung in der Berliner Galerie "Der Sturm" während eines Fronturlaubes 1916 sollte zum wegweisenden Erlebnis werden. Nach einer 14-monatigen Kriegsgefangenschaft im englischen Colsterdale betätigte sich Nebel im Berlin der frühen Nachkriegszeit als Maler und Schriftsteller, fand Zugang zum Künstlerkreis um den "Sturm" und Herwarth Walden und arbeitete an der gleichnamigen Kunstzeitschrift mit. Mit Hilla von Rebay und Rudolf Bauer gründete er die Künstlergruppe "Der Krater". 1924/25 hielt er sich am Bauhaus auf, wo er sich mit Wassily Kandinsky, Paul Klee, Gertrud Grunow und Georg Muche befreundete und in diesem Zirkel entscheidende Impulse für sein späteres künstlerisches Schaffen erhielt. Nach längeren Aufenthalten im bayerischen Kochel und in Ascona emigrierte er 1933 in die Schweiz und liess sich zunächst in Muntelier, später in Bern nieder. Dank Kandinsky erhielt er von 1936 bis 1951 Förderung und Unterstützung durch die Guggenheim-Foundation, New York. Während eines Aufenthaltes in Italien 1937/38 entstand das malerisch-epische Reihenwerk "Mustaraya, die Stadt der tausend Anblicke". In den frühen 1950er Jahren verdiente sich Nebel seinen Lebensunterhalt als Schauspieler bei den Berner Kammerspielen, dem späteren Atelier-Theater. 1952 wurde ihm das Bürgerrecht von Bern zuteil. 1962 unternahm er eine Schiffsreise nach Griechenland und in den Vorderen Orient, und drei Jahre später wurde ihm das Grosse Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Dank einer Schenkung ist er heute mit über 200 Werken in der Sammlung des Kunstmuseums Bern vertreten. Als Maler und Dichter war Otto Nebel eine Doppelbegabung. Sein umfangreiches bildnerisches Schaffen macht deutlich, dass er eine stets minuziös arbeitende, technisch akkurat abwägende Künstlerpersönlichkeit war, die ihre Werke in vielen Arbeitsschritten und auf mehrfach präparierten Bildträgern Schicht um Schicht aufbaute. Mit dieser Arbeitsweise suchte er eine "göttliche Gesetzhaftigkeit blosszulegen" und in "Ur-Bildern" eine höhere Ordnung visuell erfahrbar zu machen.

Im vorliegenden Gemälde steht eine rote Fläche im grünen Kreis zu den zeichenhaften Formen auf blauem Grund in einem Kontrast, der durch die Parataxe bar jeder perspektivischen Wiedergabe künstlerisch überzeugend aufgelöst wird. 
Estimation CHF 15'000
EUR 16'483
USD 18'750

En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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Ce lot a été vendu lors de la vente A132 chez DOBIASCHOFSKY AUKTIONEN AG le 05.11.2021.


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