"Insel Salagnon bei Clarens".
Öl auf Leinwand, auf Hartplatte,
sig. (wohl nachträglich) u.r.,
48x73,5 cm
Provenienz: Privatbesitz, Schweiz.
Literatur: Paola Tedeschi-Pellanda/Patrizia Guggenheim, Varlin. Werkverzeichnis der Bilder, Bd. 2, Zürich/Frankfurt 2000, S. 49, Nr. 186 (mit Abbildung).
Das angebotene Gemälde entstand zwischen 1936 und 1945.
Nach abgeschlossener Lithografenlehre besuchte Willy Guggenheim 1919-1921 die Kunstgewerbeschule St. Gallen. Anschliessend siedelte er nach Berlin über und wurde Schüler von Emil Orlik an der Staatlichen Kunstgewerbeschule. 1923-1932 lebte er in Paris, wo er 1923 die Académie Julian, anschliessend bis 1926 die Académie André Lhote und die Académie de la Grande Chaumière besuchte. 1930 lernte er den Kunsthändler Zborowski kennen, der ihn unter Vertrag nahm, ihm ein Atelier vermittelte und den Künstlernamen Varlin verlieh. Nach dem Tod seines Förderers liess sich Varlin in Zürich nieder. Sein zum Aussenseitertum neigendes Wesen, das ihn nur zögernd Freundschaft zu anderen Künstlern schliessen liess, spiegelt sich auch in der stilistischen Eigenwilligkeit seines Werkes: Als Sondererscheinung in der schweizerischen und europäischen Kunstlandschaft des 20. Jahrhunderts lässt es sich keiner der grossen Kunstströmungen unterordnen. Varlins Werke sind figurativ, behandeln unspektakuläre Sujets und zeugen von einem realistisch-expressiven Stil, der im Vergleich zu den kühnen formalen Experimenten seiner Zeitgenossen fast schon konservative Züge aufweist. Varlin wurde daher von der Forschung lange Zeit ignoriert. Erst in jüngerer Vergangenheit erkannte man in ihm einen Künstler, der Lebensgefühl und Alltag, Stimmungen und Erwartungen der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts auf eindringliche Weise festzuhalten vermochte und dessen Oeuvre als Psychogramm des modernen Menschen zu lesen ist.
Das angebotene Gemälde zählt zu einer kleinen Werkserie, die Varlin zwischen 1936 und 1945 im waadtländischen Clarens anfertigte. Dargestellt ist die Ende des 19. Jahrhunderts künstlich angelegte und ursprünglich zur Salzgewinnung genutzte Insel Salagnon. Im Jahr 1900 wurde sie vom französischen Maler Théobald Chartran erworben, der eine grosse Villa im florentinischen Stil und einen Hafen errichten liess. Bis heute befindet sich die auch als "Schwaneninsel" bezeichnete Insel in Privatbesitz. Sie wird als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft. Von Varlin existiert ein weiteres Gemälde mit gleichem Bildausschnitt (vgl. WV, Nr. 185).
| Estimation | CHF | 25'000 |
| EUR | 27'472 | |
| USD | 31'250 | |
| Adjugé | CHF | 18'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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