"Tell".
Öl auf Leinwand,
sig. u. dat. (19)72 u.r., verso betitelt,
150x150 cm
Provenienz: Galerie Andy Jllien, Zürich (verso Stpl.), 2003; europäische Privatsammlung.
Ausstellung: Mario Comensoli. Retrospektive zum 10. Todestag, Galerie Andy Jllien, Zürich, 29. August - 27. September 2003.
Mario Comensoli lebte bis zu seinem vierten Lebensjahr in einem Waisenhaus in Lugano und wurde dann von zwei Mitarbeiterinnen des Institutes aufgenommen. Nach der Schulzeit schlug er sich mit Gelegenheitsarbeiten und dem Verkauf von Touristenbildern durch. Nach Ankauf einer Landschaft durch das Museo Civico Lugano erhielt er 1943 das erste von mehreren Stipendien der Fondazione Torricelli, das ihm ein Kunststudium in Zürich ermöglichte. Zwischen 1948 und 1953 hielt er sich mehrmals in Paris auf und machte die Bekanntschaft mit Joan Miró sowie Diego und Alberto Giacometti. 1953 fand eine erste Einzelausstellung im Helmhaus Zürich statt. Seit den späten 1940er Jahren zeigten sich gesellschaftskritische Ansätze in Comensolis Werk, so beschrieb er das Leben der Arbeiter und Immigranten, später thematisierte er Kapitalismus und Konsumgesellschaft. Comensoli setzte sich immer wieder neu mit den aktuellen gesellschaftlichen Strömungen auseinander. Ende der 1960er Jahre zeigten sich Einflüsse der amerikanischen Pop-Art, und in den 1970er Jahren fanden die Discoszene und grossstädtische Randgruppen wie Punks, Skinheads und Arbeitslose Eingang in seine Malerei. Mario Comensoli, nach eigener Einschätzung kritischer Chronist, gestaltete seine künstlerischen Aussagen mit plakativer Direktheit und bediente sich bevorzugt der monumentalen Bildsprache. Ab 1952 nahm denn auch die Wandmalerei eine wichtige Stellung in seinem Oeuvre ein. Während Comensoli in den 1950er Jahren wegen seiner vermeintlichen Nähe zum sozialistischen Realismus angefeindet worden war, gilt er heute als bedeutender Schweizer Realist.
| Estimation | CHF | 6'000 | * |
| EUR | 6'593 | * | |
| USD | 7'500 | * | |
| Adjugé | CHF | 3'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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