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Aperçu

Aperçu

79

PERRIER, ALEXANDRE

1862 Genève 1936

"Vie de poète - l'adolescence".


Öl auf Leinwand,
verso sig. u. dat. 1924 sowie a. Keilrahmen betitelt,
134x199 cm

Provenienz: E. Schweizer-Menzel, Hünibach bei Thun (verso als Auftraggeber bez.); Privatbesitz, Schweiz.

Alexandre Perrier begann nach Abschluss des Kollegiums seiner Geburtsstadt zunächst eine Banklehre, die er jedoch 1881 zugunsten einer Textildruckzeichnerlehre in Mulhouse abbrach. Ab 1891 arbeitete er in Paris als Modezeichner, frequentierte dort Schweizer Künstler und Schriftsteller wie Albert Trachsel, Auguste de Niederhäusern und Eugène Grasset und kam in Kontakt mit den unterschiedlichen Kunstströmungen jener Zeit. Seine Werke stellte er erstmals im Salon des Indépendants aus. Um 1900 kehrte Perrier nach Genf zurück, erhielt ein eidgenössisches Stipendium und liess sich endgültig als Maler nieder. Zu seinen Freunden zählten fortan auch Cuno Amiet und Ferdiand Hodler, neben denen er an der Pariser Weltausstellung 1900 und im Folgejahr an der Wiener Sezession teilnahm. Auf Empfehlung des Genfer Malers Alexandre Cingria erhielt er 1903 eine erste Einzelausstellung und in deren Folge wohlwollende Kritiken, unter anderem von Charles Ferdinand Ramuz. Bis zu seinem Unfalltod 1936 kreiste Perriers künstlerisches Schaffen stets um dieselben Motive: die Landschaften rund um den Genfersee, den Salève bei Genf und die Walliser Alpenwelt. Während sein in Paris entstandenes Frühwerk noch dem französischen Pointillismus verpflichtet war, präsentieren sich seine späten Arbeiten weitgehend von naturalistischen Motiven losgelöst und von einer strahlenden Farbpalette bestimmt. Mit seinem reifen künstlerischen Schaffen erreichte Perrier eine eigenständige Position innerhalb des Schweizer Symbolismus und Jugendstils. Die auffallend kleine Zahl stets wiederkehrender, zu allen Tages- und Jahreszeiten gemalten Landschaftsmotive belegt, wie sehr es dem Künstler um eine fast wissenschaftliche Recherche der unterschiedlichen Farb- und Lichtwirkungen ging. Dabei arbeitete er nicht in der Natur, sondern schuf seine Bilder auf der Basis von abstrakten Farbstudien, Skizzen und Notizen im Atelier. Diese Distanzierung vom Naturmotiv verleiht seinen Gemälden trotz ihrer sinnlichen Pracht und der ungemeinen Differenzierung eine für sein Schaffen charakteristische, verdichtete Einfachheit und Ruhe. Damit steht er dem phänomenologischen Interesse von Georges Seurats Pointillismus wohl näher als dem divisionistischen Schaffen von Giovanni Segantini, mit dem Perrier nicht nur aufgrund seiner Technik, sondern auch wegen der gemeinsamen Vorliebe für alpine Sujets oftmals verglichen wurde.

Im vorliegenden Gemälde hielt Alexandre Perrier eine Ansicht der Gegend von Praz-de-Lys mit dem Mont-Blanc-Massiv fest. Diese im Werk des Künstlers oft auftauchenden, weitläufigen Berglandschaften fand der Genfer im nahegelegenen Savoyen, wo sein Bruder um die Jahrhundertwende eine Hütte erworben hatte. Anders als seine Vorgänger malte Perrier nicht "en plein air", sondern in seinem Atelier, wo er sich den zuvor gemachten Notizen zu Atmosphäre und Farben bediente. 
Estimation CHF 49'000
EUR 53'846
USD 61'250

En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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Ce lot a été vendu lors de la vente A140 chez DOBIASCHOFSKY AUKTIONEN AG le 07.11.2025.


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