"Petite baigneuse accroupie de profil sur le sable".
Öl auf Leinwand,
sig. u. dat. (19)11 u.l.,
50x61 cm
Provenienz: Succession Félix Vallotton, Paris; Jacques Rodrigues-Henriques, Paris; André Deville, Paris, 1928; Antiquorum, Auktion, Genf, 4. Dezember 1981, Lot-Nr. 52; Privatbesitz, Schweiz.
Literatur: Jacques Monnier, Félix Vallotton, in: René Berger (Hrsg.), Peintres vaudois, Lausanne 1970, S. 54-62 (mit Abbildung S. 56); Félix Vallotton, Livre de raison, LRZ-Nr. 773; Marina Ducret, Félix Vallotton. L'oeuvre peint, Catalogue raisonné, Bd. III, Lausanne 2005, S. 485, Nr. 830 (mit Abbildung).
Félix Vallotton entstammte einer alten Waadtländer Familie, die seit der Generation des Grossvaters in Lausanne ansässig war. Sein frühes Interesse an Zeichenkunst und Malerei erhielt entscheidenden Auftrieb, als er 1882 mit seinem Vater nach Paris reiste. Neben dem Unterricht an der Académie Julian bildete er sich durch wiederholte Besuche im Louvre weiter, dessen Bestände den jungen Künstler nachhaltig beeindruckten. Vallotton gilt neben Pierre Bonnard, Paul Sérusier, Édouard Vuillard, Ker Xavier-Roussel und anderen als Hauptvertreter der "Nabis", deren Werk sich mit dem Begriff "Intimismus" verbindet. Um 1904 gewannen das Porträt und die Auseinandersetzung mit dem weiblichen Akt im Schaffen Vallottons zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig ging er zu grossen Formaten und einer monumentalen Formensprache über. Internationalen Bekanntheitsgrad erlangte der Waadtländer überdies aufgrund seiner teils politisch motivierten druckgrafischen Blätter.
Félix Vallottons Aktdarstellungen sind stets ein Spiel aus realistischer Wiedergabe der Modelle und kühler Künstlichkeit des Bildraumes, was die Inszenierungen gleichzeitig surreal und übernatürlich erscheinen lässt. Im vorliegenden Fall setzte sich der Künstler mit dem populären Sujet der Badenden auseinander, einem Thema, dem er sich seit den 1890er Jahren vermehrt gewidmet hatte. Die artifizielle, reduzierte Landschaftskulisse unterstreicht die gedankenversunkene Pose des Modells, das seine Aufmerksamkeit auf etwas im Umfeld des rechten Fusses zu richten scheint. Vallotton gelang es, die Intimität der Szene zu betonen und ihr eine subtile Erotik abzugewinnen, die jedoch durch den unwirklichen Bildraum sofort wieder relativiert wird.
| Estimation | CHF | 160'000 | * |
| EUR | 175'824 | * | |
| USD | 200'000 | * | |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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