"Saint Léonard".
Öl auf Leinwand,
sig. u. dat. (19)55 u.r., verso dat. "9."(19)55, num. "34" u. betitelt,
55x33,5 cm
Provenienz: Collection Bagnaudé-Grandjean; Auktionshaus Loudmer, Paris, 19. Juni 1996, Lot-Nr. 204; Piasa (S.V.V.), Drouot-Montaigne, Paris, 28. November 2006, Lot-Nr. 57; Privatbesitz, Westschweiz.
Geboren und aufgewachsen in Sathonay-Camp im Département Rhone, war Jean Degottex während seines Militärdienstes im Zweiten Weltkrieg in Algerien und Tunesien stationiert, wo er autodidaktisch zu malen begann. Bis 1941 lebte er in Tunis und schuf dort seine ersten Gemälde, fahlrote Landschaften im Stil des Fauvismus. Nach Kriegsende lernte er Maler wie Jean Bazaine und Alfred Manessier kennen und entwickelte wie diese eine nicht-figurative Malerei. 1949 stellte er erstmals in der Galerie Denise René in Paris aus, damals eine der führenden französischen Etablissements für avantgardistische Kunst. 1951 erhielt er den Kandinsky-Preis; im Jahr darauf zeigte die international bedeutende Galerie Maeght bereits Arbeiten von ihm. 1954 liess er sich mit René Duvillier und Serge Poliakoff in Portsall an der bretonischen Küste nieder. Dort schuf er während des gesamten Sommers Hunderte von Meerlandschaften, die Serie der sogenannten "Vagues". Von nun an blieb der darin entwickelte spontane Malgestus von entscheidender Bedeutung für sein späteres künstlerisches Werk. 1955 stellte Degottex in der Galerie "L'Etoile scellée" aus, damals eine Schaltstelle der Surrealisten. Hier begegnete er André Breton, der ihn in die Zen-Philosophie und in die fernöstliche Kalligrafie einführte, beides entscheidende Impulse für eine radikale Wendung in Degottex' Werk. Er vernichtete in der Folge fast die Gesamtheit seiner früheren Arbeiten. Sein reifes Schaffen vereinigte die surrealistische "Écriture automatique" mit Impulsen der asiatischen Malerei und Philosophie. Degottex gilt heute als bedeutender Vertreter der Lyrischen Abstraktion in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.
| Estimation | CHF | 7'500 |
| EUR | 8'241 | |
| USD | 9'375 | |
| Adjugé | CHF | 11'000 |
En règle générale le prix de réserve est fixé entre 1/2 et 2/3 de l'estimation.
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