A139 ne A124
Bleistift und Aquarell auf Papier,
sig. u. bez. "Isadora" u.r.,
31,5x22 cm (BG)
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Provenienz: Galerie Paul Vallotton, Lausanne, Nr. 73'603; Privatbesitz, Schweiz.
Schon früh entdeckte Auguste Rodin sein Faible für Kunst. Als 13-Jähriger belegte er Zeichen- und Bildhauerkurse an der École spéciale de dessin et de mathématiques und versuchte dreimal vergeblich, als Student der Bildhauerei in die Pariser École nationale supérieure des Beaux-Arts aufgenommen zu werden. Nach dem Tod seiner Schwester stürzte er in eine Lebenskrise und begab sich für zwei Jahre in ein Kloster. 1864 belegte er einen Kurs bei Antoine Louis Barye und begegnete Rose Beuret, die ihn fast bis zu seinem Lebensende begleiten sollte. In Albert-Ernest Carrier-Belleuse fand er einen Lehrer, dem er 1871 nach Brüssel folgte und mit dem er während zwei Jahren intensiv zusammenarbeitete. Nach einer ausgedehnten Italienreise Mitte der 1870er Jahre kehrte Rodin 1877 nach Paris zurück und lernte dort 1883 seine Schülerin und zukünftige Geliebte Camille Claudel kennen, mit der ihn bis zu ihrer endgültigen Trennung 1898 eine äusserst emotionale und künstlerisch fruchtbare Beziehung verband. 1893 liess er sich in Meudon nieder, wo er bald zum glorifizierten Vorbild eines Kreises junger Künstler wurde. In jener Zeit entstanden mehrere bedeutende Werke, darunter Rodins Bronzeplastik "Die Bürger von Calais". An der Pariser Weltausstellung 1900 wurden 174 seiner Werke ausgestellt. Als international gefragter Künstler avancierte Auguste Rodin zum Porträtisten der gehobenen Gesellschaft, der bis zu seinem Tod an zahlreichen namhaften Ausstellungen vertreten war und eine Vielzahl von Plastiken für den öffentlichen Raum realisierte.
Auguste Rodin fing in der vorliegenden Zeichnung die Tanzbewegung der mit einer griechischen Tunika bekleideten Isadora Duncan (1877-1927) auf bestechende Weise ein. Als eine der Begründerinnen und renommiertesten Vertreterinnen des modernen Tanzes diente die besagte Dame dem Künstler als Inspirationsquelle und stand ihm, wie auch Abraham Walkowitz, wiederholt Modell. Rodins Besuch während einer Probe im Tanzstudio, wo der Künstler die Muse wie eine Skulptur wahrzunehmen schien, beschrieb sie wie folgt: "He gazed at me with lowered lids, his eyes blazing, and then, with the same expression that he had before his works, he came towards me. (...) He began to knead my whole body as if it were clay."
Provenance: Galerie Paul Vallotton, Lausanne, No. 73,603; Private ownership, Switzerland.
In the drawing on offer, Auguste Rodin brilliantly captured the dance movement of Isadora Duncan (1877-1927), dressed in a greek tunic. As one of the founders and most renowned representatives of modern dance, Duncan served as the artist's muse and repeatedly modelled for him, as well as for Abraham Walkowitz. On a visit in her dance studio during rehearsal, Rodin seemed to perceive her as a sculpture. Duncan described this encounter as follows: "He gazed at me with lowered lids, his eyes blazing, and then, with the same expression that he had before his works, he came towards me. (...) He began to knead my whole body as if it were clay."
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