Le vin nouveau.
Tempera auf Holz,
sig. u. dat. 1944 u.l.,
45x70 cm
Ausstellung: Ernest Biéler, Musée Jenisch, Vevey, 23. September - 15. Oktober 1944.
Die vorliegende Arbeit wird von Ethel Mathier in das sich in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis aufgenommen.
Nach dem Besuch des Collège Classique in Lausanne begab sich Ernest Biéler als 17-Jähriger auf Empfehlung des Malers François Bocion zum Kunststudium nach Paris, wo er Félix Vallotton und andere Schweizer Künstler kennenlernte. Er schrieb sich an der École des Beaux-Arts ein, besuchte das Atelier Suisse sowie die Akademien Julian und Colarossi, kopierte im Louvre die Alten Meister und zeichnete Strassenszenen. Mit kleinen Aufträgen, insbesondere für Porträts und Buchillustrationen, sicherte er sich seinen Lebensunterhalt. In jenen Jahren pendelte sein Werk zwischen dem Impressionismus und der eleganten Linienführung des Jugendstils. In seinen Ferien besuchte Biéler wiederholt die Schweiz und fand dort im Sommer 1884 das kleine Walliser Dorf Savièse mit seinen traditionsverbundenen Bewohnern. Fortan kehrte er regelmässig an diesen Ort zurück und liess sich 1889 dort endgültig nieder. Künstlerfreunde folgten, und mit diesen gründete er eine kleine Künstlerkolonie, die "École de Savièse". In der Walliser Landschaft, ihren Bewohnern und ihrem Brauchtum fand Biéler die Themen, die fortan seine Werke bestimmen sollten. Besonderes Interesse hegte er für die farbenfrohen Walliser Frauentrachten, die er immer wieder in seinen Gemälden schilderte. Durch die Auseinandersetzung mit dem Jugendstil fand Biéler zu einer eigenen Bildsprache, die von klaren Konturen, eleganten Linien und voneinander abgesetzten Farbflächen bestimmt wird. Er bevorzugte die Temperamalerei und entwarf aufwendige Holzrahmen für seine Werke. Nach 1900 zog der Künstler mehrfach um. 1917 erwarb er ein altes Weingut in Montellier bei Rivaz. Das grosszügige Atelier, das er sich darin einrichtete, erlaubte ihm in den folgenden Jahren die Ausführung etlicher monumentaler Entwürfe für Kirchenfenster, Mosaiken und Wandmalereien. 1928 kehrte er mit seiner zweiten Frau nach Savièse zurück, wo man ihn 1934 zum Ehrenbürger ernannte.
Im vorliegenden Werk hielt Ernest Biéler das arbeitsreiche Leben der Landbevölkerung mittels charakterstarker Physiognomien fest. Der Künstler verstand es hervorragend, sein Interesse an Licht- und Schatteneffekten auf den Bildträgern umzusetzen.
Die Preislimite liegt in der Regel ca. zwischen 1/2 bis 2/3 der Schätzung. Schriftliche und telefonische Gebote werden über das Login, E-Mail (info@dobiaschofsky.com) und per Brief entgegengenommen.
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