"Tamise".
Öl auf Leinwand, auf Mkt.,
sig. o.l., verso a. Etikett dat. 1910 u. betitelt,
44x33 cm
Provenienz: Privatbesitz, Schweiz.
Ausstellungen: Rétrospective René Auberjonois (1872-1957), Musée Cantonal des Beaux-Arts, Lausanne, 6. September - 19. Oktober 1958, Nr. 12 (dat. 1942, verso Etikett); Exposition Chef-d'oeuvre d'art ancien et moderne, Maison de la Diète, Sion, 18. Juli - 30. Oktober 1959, Nr. 6 (betitelt "Le marin"); Réne Auberjonois, Kunsthalle, Basel, 28. Januar - 26. Februar 1961, Nr. 13 (dat. 1910, verso Etikett); René Auberjonois 1872 - 1957, Aargauer Kunsthaus, Aarau, 15. Oktober - 20. November 1966, Nr. 61 (dat. 1910, verso Etikett).
Literatur: Hugo Wagner, René Auberjonois. L'oeuvre peint, catalogue des huiles, pastels et peintures sous verre, Zürich 1987, S. 450, Nr. 542 (mit Abbildung).
Gemäss Werkverzeichnis entstand die Komposition im Jahr 1910, wurde aber um 1940 überarbeitet.
Als Sohn von Grossgrundbesitzern wuchs René Auberjonois in wohlhabenden Verhältnissen auf, was ihm ermöglichte, seinen verschiedenen künstlerischen Interessen ohne finanzielle Sorgen nachzugehen. Nach einer Banklehre und einem Aufenthalt in England, wo er Violineunterricht nahm und erste Zeichnungen anfertigte, besuchte er das Polytechnikum in Dresden. Schliesslich entschloss er sich für ein Studium der Malerei, kehrte nach London zurück und besuchte die Kensington School of Art. 1896 liess er sich in Paris nieder, wo er seine Studien an der École des Beaux-Art fortsetzte und die Bekanntschaft mit dem Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz machte. Nach seiner Heirat 1908 zog sich der Künstler vorerst für zwei Jahre in die Schweiz zurück, wo auch seine beiden Söhne geboren wurden; die definitive Niederlassung erfolgte 1914. Die 1920er Jahre brachten ihm die erste öffentliche Anerkennung, Ankäufe von Schweizer Museen und mäzenatische Unterstützung, während er sich nach zwei gescheiterten Ehen in Folge eingestand, dass Familienleben und Künstlertum für ihn unvereinbar waren. Der Tod seiner Mutter 1929 führte zur Versteigerung des Familienbesitzes und zum Verlust seiner finanziellen Basis. Der Bezug eines Hauses in Pully in unmittelbarer Nachbarschaft zu Ramuz führte zum Zerwürfnis zwischen den beiden Freunden. Die anhaltende Polemik um ein Wandbild, das er im Auftrag der Stadt Lausanne ausführte, bewogen ihn zum schrittweisen Rückzug aus der Öffentlichkeit. Er schloss sich in sein Atelier ein und suchte einen Ausweg aus der persönlichen und beruflichen Sinnkrise. Während der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges seine künstlerische Produktion zunächst lähmte, wurden die 1940er und 1950er Jahre bei zunehmenden gesundheitlichen Problemen doch zur produktivsten Werkphase. Trotz chronischer Unzufriedenheit erfuhr sein Schaffen vermehrt öffentliche Anerkennung. Der Retrospektive im Kunstmuseum Winterthur 1942 folgte 1948 die Teilnahme an der Biennale in Venedig, und 1955 fand sein Schaffen an der ersten Documenta in Kassel internationale Anerkennung.
Die Preislimite liegt in der Regel ca. zwischen 1/2 bis 2/3 der Schätzung. Schriftliche und telefonische Gebote werden über das Login, E-Mail (info@dobiaschofsky.com) und per Brief entgegengenommen.
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