"Yeux Clos".
Farblithografie,
im Stein sig. u.l. sowie bez. "à 50 exemplaires" u.r.,
31,2x24,2 cm
Blatt auf Unterlage fixiert, Unterlage gebräunt und mit Lichtrand. Obere rechte Blattecke minim gestaucht.
Literatur: André Mellerio, Odilon Redon. Gravure, Paris 1913, S. 108, Nr. 107. Datiert 1890.
Auf der 1890 entstandenen Lithografie "Yeux Clos" (Geschlossene Augen) ist vermutlich Odilon Redons Gattin Camille Falte dargestellt. Im selben Jahr schuf der Künstler das gleichnamige Gemälde, das in der Sammlung des Musée d'Orsay aufbewahrt wird und heute gleichsam als Ikone der symbolistischen Malerei gilt. Sowohl das Gemälde als auch die Lithografie dürften auf einer etwas früher entstandenen Zeichnung basieren. Das Motiv der geschlossenen Augen eines Schlafenden oder Toten verweist auf dessen innere Welt, den Traum, die Abwesenheit oder die Erscheinung. Redons 1922 veröffentlichtes Tagebuch "A soi-même" belegt, dass ihn dieses Thema wiederholt beschäftigte. Sein Werk "Yeux Clos" erinnert an die Büsten der italienischen Renaissance, namentlich an die Marmorskulpturen von Francesco Laurana. Vermutlich wurde der Künstler auch von Michelangelos "Der sterbende Sklave" im Louvre inspiriert, hatte ihn dieses Werk doch zutiefst erschüttert.
Die Preislimite liegt in der Regel ca. zwischen 1/2 bis 2/3 der Schätzung. Schriftliche und telefonische Gebote werden über das Login, E-Mail (info@dobiaschofsky.com) und per Brief entgegengenommen.
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