"Le Corbeau".
Bronze, partiell poliert,
a. Sockel sig., num. 3/8, bez. "by Creuzevault" u. Giesser-Stpl. "Cire/A. Valsuani/Perdue",
H: 53,5 cm
Provenienz: Galerie Semiha Huber, Zürich, 24. Januar 1975; Privatbesitz, Schweiz.
Literatur: Denyse Durand-Ruel, César. Catalogue Raisonné, Bd. I, 1947-1964, Rom 1994, S. 94f., Nr. 89 (mit Schwarzweiss-Abbildung).
Ausführung 1974 durch die Giesserei Valsuani; Entwurf aus Eisen aus dem Jahr 1955.
Der bedeutende französische Bildhauer und Objektkünstler César - mit bürgerlichem Namen César Baldaccini - studierte 1935-1939 an der Akademie seiner Geburtsstadt und 1943-1947 an der Akademie in Paris. Dort machte er unter anderem Bekanntschaft mit Pablo Picasso, Germaine Richier und Alberto Giacometti. Diese Künstler waren es, die César auf seinem Weg zu einer betont unakademischen Kunst bestärkten. Ende der 1940er Jahre entstanden erste Skulpturen aus Gips und Eisen, ab 1949 auch Arbeiten aus getriebenen Bleifolien und Draht. Die 1950er Jahre brachten einen radikalen Wandel im künstlerischen Schaffen des Südfranzosen: Bereits ab 1952, zunehmend aber ab 1955 verarbeitete César Industrieabfälle und Schrottteile in seinen Werken. 1954 bespielte er mit seinen "Tieren aus Schrott" die erste Einzelausstellung in der Galerie Durand. Ab den 1960er Jahren beteiligte er sich an der Bewegung der Nouveaux Réalistes und verkehrte mit Künstlern wie Arman, Yves Klein, Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle und anderen. In dieser Zeit entstanden seine berühmten "Compressions dirigées", durch eine Metallpresse zusammengepresste Fundobjekte wie Autokarosserien oder Metallgegenstände aller Art, die auf diese Weise zu Kunstobjekten verdichtet wurden. Bekanntheit erlangte César ferner mit plastischen Werken wie dem Abguss seines eigenen Daumens oder der Brust einer Tänzerin.
Das vorliegende Werk, "dessen plastische Evidenz bis heute nichts von ihrer Kraft verloren hat, ist als Ergebnis einer Periode zu betrachten, in der der Künstler sowohl mit dem Material als auch mit der technischen Art und Weise, (...) vertraut wurde. (...) Hier findet man eine 'frivole Freiheit', die sowohl verwirrt als auch erfreut. Die 'lustigen Tiere', die unter der Hand des Künstlers entstehen, gehen eine poetische Symbiose mit der Realität ein: Der Geist Picassos ist nicht weit entfernt. César hat sich jedoch eine eigene Sprache angeeignet, mit der er wie ein Kind spielt. Nach und nach werden die Formen dichter und ernster, was (...) sich in den anthropomorphen Silhouetten der Tiere abzeichnet." (Denyse Durand-Ruel, César. Catalogue Raisonné, S. 92; aus dem Französischen übersetzt)
Die Preislimite liegt in der Regel ca. zwischen 1/2 bis 2/3 der Schätzung. Schriftliche und telefonische Gebote werden über das Login, E-Mail (info@dobiaschofsky.com) und per Brief entgegengenommen.
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