Kücheninterieur mit Frau beim Brotschneiden.
Öl auf Leinwand,
sig. u. dat. 1887 u.l.,
37x50,5 cm
Raphael Ritz, berühmtester Spross einer Walliser Künstlerfamilie, empfing ersten Unterricht von seinem Vater, dem Porträt- und Kirchenmaler Lorenz Justin Ritz. 1853-1856 studierte er Landschafts- und Genremalerei an der damals führenden Düsseldorfer Akademie. Im Sommer 1860 eröffnete er daselbst ein eigenes Atelier und avancierte rasch zu einem gefragten Maler idyllischer und gleichzeitig volkskundlich präzise geschilderter Schweizer Genreszenen. Aufgrund seiner regelmässigen Familienbesuche und Studienaufenthalte blieb er seiner Heimat eng verbunden. 1875 liess er sich zusammen mit seiner Frau endgültig im Wallis nieder und engagierte sich in der Folge auf verschiedenen kulturellen Ebenen für seine lokale Umgebung. So etwa war er massgeblich am Aufbau des archäologischen Museums im Schloss Valeria in Sitten beteiligt.
Die angebotene Komposition zeichnet sich durch die besondere Behandlung und Betonung des Lichtes aus. Dargestellt ist eine Bauersfrau, die unmittelbar im Fokus der durch das Fenster gebündelt einfallenden und vom Rauch des Kaminfeuers durchdrungenen Sonnenstrahlen sitzt. Die Inszenierung der Lichtquelle zeugt von Raphael Ritz′ Auseinandersetzung mit den künstlerischen Strömungen seiner Zeit. Ritz-Kenner Walter Ruppen bemerkte dazu: "Die Auseinandersetzung mit dem Realismus hatte nämlich die romantische Bildeinheit zerfallen lassen. Nun waren die Oberflächen der Dinge bei den verschiedenen Beleuchtungseffekten das Feld malerischer Entdeckungen, auf dem Pinselschrift und Farbmaterie sich befreiten." (Walter Ruppen, Raphael Ritz - Leben und Werk, Vira 1971, S. 101)
Die Preislimite liegt in der Regel ca. zwischen 1/2 bis 2/3 der Schätzung. Schriftliche und telefonische Gebote werden über das Login, E-Mail (info@dobiaschofsky.com) und per Brief entgegengenommen.
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