Küstenpartie bei Ebbe mit Segelschiffen und Staffage.
Öl auf Leinwand,
sig. u. dat. 1825(?) u.l., verso Siegel-Reste in rotem Lack,
27x40,5 cm
Provenienz: Privatsammlung, Schweiz.
Johann Jakob II. Ulrich wuchs als Sohn des Landschreibers und späteren Gründers des Zürcher Verlages zum Berichthaus, Johann Jakob Ulrich-Meyer, bei seinen Grosseltern in Weisslingen und Zürich auf. Auf Wunsch der Eltern wurde Ulrich zunächst in Zürich zum Kaufmann ausgebildet, erhielt aber danach eine Stelle in Paris beim Bankhaus Paturle, Lepin & Co., wo er nebenher zusammen mit Jean-Baptiste Camille Corot im Atelier von Jean-Victor Bertin arbeitete und Freundschaft mit dem Marinemaler Théodore Güdin schloss. Bereits 1824 war er im Pariser Salon vertreten und beschickte diesen regelmässig bis 1840. 1825 bezog er sein eigenes Atelier in Paris. Die von seinem Freund, dem Juristen und Sammler Frédéric Auguste Demetz, finanzierten Reisen nach Neapel, Rom und Sizilien regten den Zürcher Maler zu zahlreichen Arbeiten an. 1837 liess sich Ulrich erneut in Zürich nieder, heiratete Dorothea Susanne von Schwerzenbach und erhielt 1855 die Professur für Landschaftszeichnen am Zürcher Polytechnikum. Weitere Reisen quer durch Europa sind durch zahlreiche Skizzen belegt. Nach dem Tod seiner zweiten Frau zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück, und eine Augenkrankheit hinderte ihn in seinen letzten Jahren an seinem künstlerischen Wirken.
Italienische und holländische Küstenlandschaften bildeten neben Berglandschaften wichtige Motive im Schaffen des Künstlers. Die in altmeisterlicher Manier gehaltene Komposition entstand möglicherweise in Nordfrankreich und lässt die spätromantische Naturauffassung von Johann Jakob II Ulrich erkennen.